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Vorgeschichte
Bereits im Jahre 1918 unternahm die Deutsche Reichsbahn im Raum
Berlin Versuche mit Funktelefongesprächen aus fahrenden Zügen. Im Jahre 1926 wurde dann auf der Strecke Berlin-Hamburg den Fahrgästen der ersten Klasse ein Funktelefondienst
angeboten. Die Antennen im Zug bestanden aus auf den Wagendächern längs gespannten Drähten, als ortsfeste Sende- und Empfangsantennen dienten die entlang der Eisenbahnstrecken
verlaufenden Telegrafenleitungen. (siehe hierzu auch den Artikel “Fernsprechverkehr mit fahrenden D-Zügen”
In den 30er- und 40er Jahren wurden dann verschiedene Versuche im Mittelwellen- und Kurzwellenbereich durchgeführt. Das weltweit erste Mobilfunknetz gab es in den USA im Jahre 1946.
Nach der Entwicklung der UKW-Technik in Deutschland nach dem Krieg wurden dann Anfang der 50er-Jahre in verschiedenen Regionen Deutschlands lokale Netze aufgebaut, wie der Hafen- oder Rhein-Funk oder der Stadtfunk-Dienst.
A-Netz
Das erste richtige Mobilfunknetz in Deutschland war das 1
958 von der Bundespost eingeführte A-Netz. Es war ein analoges Netz, das rein handvermittelt arbeitete. Die Gesprächsverbindung wird vom "Fräulein vom Amt" handvermittelt und
muss abgebrochen werden, sobald man den Funkbereich einer Landfunkstelle verlässt. Im benachbarten Funkbereich kann das Gespräch dann wieder aufgenommen werden.
Auslandsgespräche waren nicht möglich. Das A-Netz arbeitete im 150 MHz-Frequenzbereich. Durch die Kosten des Mobilfunks blieb das Telefonieren unterwegs ein Privileg der
Wohlbetuchten und derer, die es beruflich nutzten, wie z.B. Politiker, Unternehmer und Angehörige bestimmter Berufsgruppen. Trotzdem war das A-Netz seinerzeit das
größte flächendeckende Mobilfunknetz der Welt. Die Hardware war noch sehr klobig, sie basierte auf Röhrentechnik - es wurde noch der halbe Kofferraum benötigt. Die
Kosten für ein Gerät lagen bei 8.000.- bis 15.000.- Mark.

Der monatliche Grundpreis betrug anfangs 66.- DM später 270.- DM. Hinzu kamen
zusätzliche Gebühren für die Funkverkehrsbereiche Die höchste Teilnehmerzahl lag knapp über 10.000. 1977 wurde der Betrieb endgültig eingestellt.
B-Netz
1972 ging das technisch wesentlich fortschrittlichere B-Netz in Betrieb. Hiermit war
erstmals Selbstwählverkehr in beiden Richtungen möglich. Der Nachteil war allerdings, dass der Anrufer wissen musste, in welchem Vorwahlbereich sich der Mobilteilnehmer
aufhielt (z.B. 0611-05-Rufnummer für einen Teilnehmer der sich im Bereich Frankfurt aufhielt). Zunächst gab es 16.000 Teilnehmer, nach Erweiterung der Funkkanäle waren dann
bis zu 27.000 Teilnehmer im B-Netz. Es war sogar im begrenzten Rahmen Roaming möglich, in den Nachbarländern Österreich, Niederlande, Luxemburg
Der Frequenzbereich war auch hier im 150 MHz-Band Der monatliche Grundpreis betrug anfangs 270.- DM später 120.- DM Der Preis eines Autotelefons betrug ca. 12.000.- DM
Ende 1994 ging das B-Netz außer Betrieb. In Österreich startete das B-Netz 1974
C-Netz
Das C-Netz startete in Deutschland 1985, in Österreich schon im November 1984.
Hiermit war man erstmals im ganzen Bundesgebiet unter einer Rufnummer erreichbar, ohne Region-Vorwahl. Gleichzeitig wurden in anderen Ländern ähnliche Systeme
eingeführt, die aber meist nicht kompatibel waren. Der Hauptunterschied zum bisherigen B-Netz war, dass es sich un ein zellulares
System handelt. Durch die Vielzahl von Basisstationen waren geringere Sendeleistungen erforderlich, dies bedeutete geringeren Stromverbrauch, weniger
erforderliche Akkukapazität und somit kleinere Geräte. Außer den festeingebauten Autotelefonen gab es auch bald tragbare Geräte (das
erste kam 1987 von Siemens), etwa in der Größe eines Kofferradios und schließlich sogar Handys. Endlich konnten auch Datenverbindungen über DATEX und Faxverbindungen
hergestellt werden, allerdings nur mit einer geringen Datenübertragungsrate von 2400 bit/s Der Frequenzbereich war im 450 MHz-Band
Die maximale Teilnehmerzahl Mitte 1993 betrug 803.000. Der Monatsgrundpreis betrug anfangs 120.- später 19.- DM Das C-Netz wurde in Deutschland zum Jahresende 2000 abgeschaltet.
Pager
Diejenigen, die sich kein Mobiltelefon anschaffen wollten, halfen der mobilen
Kommunikation mit sogenannten Pagern auf die Sprünge. Beim Paging werden kurze Informationen an einen sehr kleinen, leichten Empfänger verschickt, der beim
Empfang piepst. Die ersten Geräte für den professionellen Bereich waren Eurosignal und City-Ruf. Später gab es Geräte, die sich vorwiegend an eine jugendliche Klientel
richtete, so wie heute die Prepaid-Karten, unter den Namen Scall und Quix.
GSM
Bereits 1982 trafen sich Vertreter von Telekommunikationsunternehmen aus 26
europäischen Ländern. Daraus resultierte die Gründung der Groupe Spécial Mobile (GSM) mit dem Ziel, Spezifikationen für ein europaweites Mobilkommunikationsnetz
festzulegen. Als Technik wurde ein digitales Netz vorgesehen, dies bietet die Möglichkeit zu besserer Sprachqualität und weiteren Features. Der vorgesehene
Frequenzbereich lag bei 900 Mhz.
1991 wurde anlässlich der in Genf stattfindenden ITU-Messe Telecom ein GSM-Pilotnetz erfolgreich vorgestellt. 1992 schließlich wurde GSM offiziell eingeführt
und 1993 gab es bereits 36 GSM-Netze in 22 Ländern. 1999 gab es 239 GSM-Netze in 108 Ländern weltweit.
D-Netz
In Deutschland startete GSM mit dem D-Netz. Mit dem D-Netz gab es zum ersten Mal
im deutschen Telekommunikationsmarkt Konkurrenz, da zwei Anbieter - die Deutsche Telekom und Mannesmann-mobil zeitgleich mit zwei parallelen Netzen, D1 und D2 in
Betrieb gingen. Nach einer etwa 1-jährigen Versuchsfase starte der Betrieb Mitte 1992. In Österreich startete die GSM-Technik im Dezember 1993 unter der Bezeichnung “E-Netz”
Anfangs waren die Netzkapazitäten für jeweils 4 Millionen Teilnehmer geplant, nach mehrfachem Ausbau der Kapazitäten sind inzwischen (Stand Ende 2001) jeweils rund
22 Millionen Teilnehmer in den beiden D-Netzen (siehe auch Teilnehmerzahlen).
E-Netz
1994 wurde die Lizenz für ein weiteres Netz in Deutschland erteilt, dessen Technik
auf dem GSM-Standard basierte, allerdings im Frequenzbereich 1800 Mhz arbeitete.
Ende 1998 schließlich ging der vierte Deutsche Mobilfunkanbieter,VIAG Interkom (inzwischen O2), mit dem E2-Netz an den Start. Im Dezember 2001 starte mit Quam der fünfte Anbieter.
Insgesamt sind jetzt Mitte 2002 etwa 56 Millionen Teilnehmer in einem der GSM-Netze
erreichbar.
Telefonie International
Mit dem GSM-Standard gab es endlich einen Standard für mobile Telefonie, der
weltweit eingeführt wurde. Insgesamt kann man in über 110 Ländern damit telefonieren. Dadurch ist das mobile Telefonieren fast rund um den Globus möglich
Und die Zukunft?
Im Sommer des letzten Jahres fand die Versteigerung von UMTS-Lizenzen statt. Ab
dem Jahre 2002 werden die ersten Kunden mit UMTS noch schneller Daten empfangen können. Bis zu einer einigermaßen flächendeckenden Versorgung dauert es aber
sicher noch bis 2005. Ob UMTS ein solcher Erfolg wird wie GSM, kann niemand voraus sagen. Da man aber noch Anfang der 80er-Jahre von eimem Mobilfunkbedarf von max.
100.000 Nutzern ausging und die D-Netze auch zunächst für max. 4 Mio Nutzer vorgesehen waren und inzwischen 10mal soviele Leute mobil telefonieren, ist davon
auszugehen, dass spätestens nach den ersten Preissenkungen UMTS auch boomen wird. Auf jeden Fall werden Internet und Telefonie weiter zusammen wachsen, der
Anteil der mobilen Datenübertragungen wird sicher deutlich ansteigen.
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