Tariffalle

Alle Anbieter wollen nur Ihr bestes, nämlich Ihr Geld. Verschenken tut niemand etwas, auch wenn es so scheint.Manche Anbieter kassieren mit fiesen Tricks ab. Deshalb lesen sie hier ein paar Tips und Hinweise auf mögliche Vertragsfallen, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.

Einzelverbindungsnachweis

    die Regulierungsbehörde schreibt vor,  dass ein unverkürzter Einzelverbindungsnachweis kostenlos zu sein hat. Manche Service-Provider bieten nur einen um die letzten Stellen gekürzten EVN an und verlangen für den ungekürzten “Komfort”-Nachweis einen Aufpreis

Freiminuten

    Es gibt verschiedene Tarife, die Freiminuten beeinhalten, etwa Times and More von e-plus, die Start-Tarife von debitel oder den Talk-Bonus von Talkline. Gemeinsam ist bei diesen Tarifen, dass bei diesen Tarifen ein Kontingent von mehr oder weniger vielen Minuten enthalten ist, die aber im entsprechenden Monat abtelefoniert werden müssen. Recherisch sind sie sehr günstig - so kosten die Inklusivminuten bei den Times and more-Tarifen 25Pf je Minute egal in welches Netz. Dies bedeutet z.B. am Tag in Fremdnetze eine Ersparnis von 75% gegenüber dem Privattarif (99 Pf), am Wochenende telefoniert man dann aber teurer ins Festnetz (25 Pf statt 15 Pf) und auch für die Minuten die über die Inklusivminuten raus gehen zahlt man am Wochenende mehr. Der T&M-Tarif lohnt sich aber auf jeden Fall, wenn man sein Telefonierverhalten der nächsten Zeit einigermaßen abschätzen kann, viel zur Hauptzeit telefoniert und die Inklusivminuten zu mindesten 75% ausnutzt.Es ist auch problemlos möglich, jeden Monat zu wechseln z.B. von T&M 60 zu T&M 120, wenn man in den nächsten Wochen ein anderes Telefoniervolumen erwartet. Man sollte bei der Prüfung eines FreiMinuten-Angebotes auch achten, wann die Freiminuten gelten. So gelten im Gegensatz zu eplus, wo die Freiminuten zu jeder Tarifzeit gelten, z.B. in den Start-Tarifen von Debitel oder bei Talk Bonus nur zur ohnehin günstigeren Nebenzeit. Und nicht verbrauchte Freiminuten können bei den meisten geltenden Tarifen zur Zeit nicht in den Folgemonat übernommen werden: Ausnahme ist E-Plus mit dem Times und more-Tarifen, wo nicht verbrauchte Minuten in den nächsten Monat übernommen werden können.

Fremdnetze

    Hier gibt es in den Tarifen der verschiedenen Anbieter eklatatante Unterschiede: So kostet bei D1 und D2 ein Gespräch zur Hauptzeit in eines der E-Netze 1,89 DM, das ist teurer als mit einer Prepaidkarte und deutlich teurerer als vom E-Netz (Privat-Tarif) ins D-Netz (0,99 DM)

Hotline

    für Probleme und Fragen des Kunden an den Betreiber, oder für die Änderung und Einstellung von Optionen ist die Hotline da. Diese ist bei den Netzbetreibern i.d.R. kostenlos, bei den meisten Service-Providern nicht, und wenn man dann in der Warteschleife landet, kann das ganz schön ins Geld gehen.

Mailbox

    Manche Anbieter kassieren für das Einrichten der Mailbox ectra, z.B. Victorvox 20 DM

Mindestumsatz

    Manche Anbieter bieten Tarife ohne oder mit sehr geringer Grundgebühr an. Diese Tarife beinhalten dann aber i.d.R. einen Mindestumsatz, letztendlich auch nicht anders als bei den Freiminuten-Tarifen, jedoch nicht so offensichtlich: Die andere Variante sind sehr niedrige Grundgebühren und happige Gesprächsgebühren.

Preissenkungen

    Wenn man direkt bei Netzbetreiber abgeschlossen hat, profitiert man direkt von Preissenkungen in den Tarifen. Kunden, die über einen Provider abgeschlossen haben bekommen diese Preissenkung oft erst verspätet oder gar nicht.

Roaming

    ist bei manchen Service-Providern mit höheren Kosten verbunden als bei den Netzbetreibern und muss extra freigeschaltet werden.

Sonderrufnummern

    wie 0190 oder 0180 gehen bei den meisten Anbietern ganz schön ins Geld. So kosten 0190-Nummern bis zu 5,68 DM/min und 0180er-Nummern kosten bei D2-Fun 1,89 DM und bei E-Plus-Privat 1,79 DM

Taktung

    Achten Sie auf den Abrechnungstakt. Bei den meisten Anbietern gilt standardmäßig der 60/1-Takt, das heißt auch für ein Kurzgespräch von wenigen Sekunden zahlt man eine volle Minute. Günstiger sind da 10/10-Tarife, die es bei den meisten Tarifen für einen Aufpreis von 5 Mark gibt. ideal ist der 1/1-Takt, der stets sekundengenau abgerechnet wird, z.B. bei den Professional-Tarifen von E-Plus. Manche Tarife haben sogar den extrem ungünstigen 60/30-Takt, wie z.B. Talkline bei “Talk Joy”

Tarifzeiten

    Die Tarifzeiten sind auch ein Gesichtspunkt der beachtet werden sollte, da der Preisunterschied zwischen Haupt- und Nebenzeit über 50% betragen kann. Ob die Hauptzeit von 7-17 h oder von 8-18 h geht dürfte nicht viel ausmachen, aber wenn die Hauptzeit bis 20 h geht, so bringt das in den frühen Abendstunden doch schon deutlich höhere Gebühren. Bei manchen Tarifen gilt sogar 6-20h als Hauptzeit!
    In einem ViktorVox-Tarif gilt die Hauptzeit “werktags  8-18 h”, auf den ersten Blick also wie bei den anderen Betreibern - aber: Samstag ist ein Werktag, d.h. als man zahlt dann bei diesem Tarif  Samstags am Tag über 750% mehr als im Wochenendtarif der Wettbewerber (1,29 statt 0,15 DM).

Tarifwechsel

    Bei vielen Anbeitern ist ein Tarifwechsel während der Vertragslaufzeit möglich, bei manchen Providern sogar zu einem anderen Netz. Zum Teil, wie z.B. bei eplus kann man dies jeden Monat kostenlos machen, andere Anbeiter verlangen eine Gebühr oder die Laufzeit verlängert sich erneut auf 24 Monate.

Vertragsbeendigung

    hier verlangen einige Provider Extragebühren für “Deaktivieren der SIM-Karte”, “Auflösen des Kunden-Kontos” etc. die sich leicht auf 80 DM summieren können. Es ist zwar inzwischen gerichtlich untersagt eine Pauschalgebühr für die Vertragsauflösung zu nehmen, aber wenn es wie o.g. lauter Einzelkosten sind so ist das rechtens.

Vertragsverlängerung

    Nach 24 Monaten bekommt man bei den original-Netzbetreibern idR ein Handy zum Preis eines Neuvertrags-Gerätes. Die Provider stellen sich hier meist knausriger an. Spätestens hier geht dann die bessere Subvention drauf

Zusatzdienste

    wie Rufnummernübertragung, Einrichten einer Mailbox, Einrichten einer Rufumleitung etc. lassen sich manche Service-Provider extra bezahlen

 

Man kann nicht grundsätzlich von einem Betreiber oder einem bestimmten Tarif abraten, denn wenn ein Tarif genau mein persönliches Telefonierverhalten optimal zu günstigen Gesprächskosten abdeckt, dann soll man ihn nehmen. Aber auf jeden Fall soll man die Tarifbroschüre auf Tariffallen wie oben aufgeführt (und so manche andere) kritisch prüfen und sich erst dann entscheiden.

Mailkontakt: info@handy-seiten.de

last Update of page:02.06.2001

Author: Wolfgang Scharmer;   last Update of Site:  07/08/03